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Der Mensch har beym größten Hirne die feinsten Nerven.

§. 93-

Vergleicht man das Hirn eines Menschen mit dem Hirne irgend eines Thieres, so findet man, daß der Mensch beym größten Hirne die dünn­sten Nerve »Ursprünge hat. Das an absoluter Größe dem menschlichen nicht beykommende Hirn eines Ochsen oder Pferdes hat dennoch einen Riech­nerven und einen fünften Nerven, deren jeder ganz allein das aus allen zwölf menschlichen Hirnnerven- paaren zusammengesetzte Bündel an D'cke weit über­trifft. Unter den Landthieren hat der einzige Ele- phant zwar ein absolut größeres und schwereres Hirn, als der Mensch; allein sein Riechnervenpaar hat auch fast die Dicke eines Armes. Der vier und sechzig Fuß lange Pottfisch hat ein Hirn, das nicht viermal größer, als das menschliche ist 8 . Unvollkommene Thiere endlich, z. B. Amphibien, Fische und Insekten haben Nerven, die selbst das Hirn an Dicke über­treffen

8 ) Camper in den Schriften der Berliner Naturfor­schenden Gesellschaft 1782 . Band 3 .

9) Ebel hat diesen Satz durch viele eigene Beobachtungen und trefliche, originelle, Zeichnungen bestättigt, S. feine

Obs. neurolog. ex Anatome comparata in Ludwigs Selectu script. neurol. Vol. III.