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Hiebey wird nothwendig das Blut, außer dem kleinen Theil, welcher aus dem tonischen Raume zwischen den Venenklappen ins Herzohr zurückgepreßt wird, aus den Kammern in die Arterien mit Heftigkeit ausgetrjeben, und zwar im gewöhnlichen Falle vollkommen, daß nichts, oder nur etwas weniges, wenigstens nicht bey jeder Zusammenziehung sich vermehrendes, zurückbleibt.
Daher ist das Herz desto kleiner, je kräftiger und vollkommener es sich ausleert; daher ist es in schwachen wassersüchtigen Personen weit und schlaff; daher findet man es in plötzlich umgebrachten starken Leuten vollkommen ausgeleert, in den gewöhnlichen Leichen hingegen noch etwas Blut enthalten.
Wahrscheinlich erleidet dabey die Aortenkammer wegen der sternförmigen Richtung der Muskelfasern an der Spitze zugleich eine Art Drehung. 1
Man kann die Bewegung der Aortenkammer als eine wurmförmige ansehen, wo nämlich sich die venöse Mündung der Spitze, und umgekehrt die Spitze der venösen Mündung nähert, welches freylich in gleichem Zeiträume geschieht. Dieses findet wegen Verschiedenheit des Baues in der Lungenkammer nicht Statt,
l) Tortura diagonalis Ventriculi sinistri. Wolff Dis* jertatione quinta. pag. 24z.