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und man sieht unter seinen Augen einen vollkom­menen Capselnachstaar entstehen.

Ich reclinirte am linken Auge bei einer 63 Jahre alten Frau den vor einem und einem hal­ben Jahre entstandenen reinen Linsenstaar, dessen Capsel vor und gleich nach der Operation voll­kommen durchsichtig war; es entstand nur wenig Entzündung, ein blos rosenrother Ring um die Cornea, ohne bedeutenden Schmerz; am dritten Tage sah man gleichsam einen halbmondförmigen, kaum zu erkennenden Schleier, der in der Pu­pille von oben lierabhing; den fünften Tag nahm er zu, doch war das Gesicht noch so gut, dass sie die Zeiger auf der Taschenuhr erkannte. Den neunten Tag nach der Operation, *) wo fast alle Entzündungsröthe und selbst die Lichtscheue ver­schwunden war, sah ich deutlich die charakteri­stische , perlemutterartig glänzende, strahlenför­mige Trübung der vordem Capseiwand. Sie war gerade ausgespannt, nicht convex, lag frei und weit hinter der Iris, welche einen deutlichen Schlagschatten darauf warf, zitterte bei jeder Be­wegung des Auges, und das kaum gewonnene Se-

) Tab. III. Fig. i