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Man ist gewohnt, die Krankheiten des Auges mehr im Lehen zu betrachten und nach äusseren Symptomen zu unterscheiden; daher sind sicher auch manche, selbst nicht gar seltene, patholo­gische Veränderungen, die tiefer im Innern des Auges ihren Sitz haben, noch unvollständig oder wenig bekannt. So sah ich zum Beispiel in Wien, in der Sammlung meines unvergesslichen Lehrers, des Herrn Professors Beer, zwei Fälle, wo die Retina verknöchert war; sie bildete gleichsam eine hohle Schaale, ohne dass die Form der übri­gen Theile des Auges bedeutend gelitten hätte. Die Verknöcherung hatte hinten, im Umfange des Centralloches , welches aber ganz vollkommen offen geblieben war, angefangen, indem von hier­aus, wie von dem Ossificationspunkte des Schei­telbeines eines Kinderschädels, die Knochenstrah­len nach dem Rande der Netzhaut liefen. Die Augen litten lange an gichtischer Entzündung, und waren, wie sich von selbst versteht, amau­rotisch. Ferner besitze ich ein Auge einer weissen Büffelkuh, an dem sich ganz eigne krause, flockige Protuberanzen der Ciliarprocesse zeigen, was viel­leicht Folge von Varicosität derselben ist, und bei Menschen wohl auch vorkömmt.