§. 1 .

Da das Studium vorweltlicher Urkunden in unsern Tagen für akademisch im strengem Sinne gehalten wird x ), so war ich schon längst gesonnen einen fossilen Hyänenschedel aus meiner Sammlung umständlich zu schildern, welcher sich durch eine ungeheure, aufs vollkommenste geheilte Verlez- zun gauszeichnet. Allein die Unentschiedenheit über die wahr­scheinlichste Ursache dieser gewaltigen, dem Thiere im Lehen widerfahrnen Beschädigung, hielt mich bis dahin zurück, verschiedene bei dieser Gelegenheit zu erörternde Bemerkun­gen Öffentlich bekannt zu machen.

Seitdem ich nun durch meines Freundes, des Professor Buckland unschätzbares Werk, worin auch dieses Hyanen- schedels 2 ), welchen er sorgfältigst in der Natur seihst betrach­tet hatte, gedacht wird, vollkommen überzeugt worden hin, dass ein Biss die wahre Ursache seiner Beschädigung gewesen sey, säume ich nicht ferner, meine Beschreibung dieses merk­würdigen Stückes nebst zwei Abbildungen desselben, welche zu den gelungensten Arbeiten des in Darstellung anatomischer Gegenstände unübertroffenen seligen Professor Ko eck gehören,

i) Vergleiche Denkschriften der Königlichen Akademie der Wissenschaften zu Mün­chen. Band V. Seite 6. §. 7. Auch Will. Buckland ist gleicher Meynung; r>branches of study, which are more strictly academical« , in seinem herrlichen Werke, Reliquiae Diluvianae . London 1823. pag. 11, von welchem bereits eine zweite Ausgabe erschienen.

a) Welcher sich jetzt zu London im Brittischen Museum befindet.