50 Sechstes Kapitel. Kränkt. Etschein. rc.

Haben sich Wasserblasen in großer Menge in dem Unterleibe angesammelt, so erfordert es besondere Auf- merksamkeit, diese Krankheit von der Bauchwassersucht zu unterscheiden. Auf folgende Weise kann man sie aber doch uutcrscheiden. Zn Fällen von Wasserblasen ist das Gefühl der Schwappung, wenn man mit der Hand an den Unterleib schlagt, entweder sehr undeut­lich oder fehlt ganz; während es bey der Bauchwasser­sucht, wenn sie nichtWit außerordentlichen Symptomen verbunden ist, immer sehr deutlich erscheint. Die Ge­schwulst-bey der Bauchwassersucht ist immer gleichför­mig , bey einer Anhäufung von Wasserblasen aber mehr oder weniger -ungleich. Untersucht man bey Wasser­blasen den Fall.genau, so findet mau, daß die Ge­schwulst zuerst an einer begranzten Stelle ihren Anfang nahm, wahrend bey der Bauchwassersucht nach und wach: der ganze Leib anschwillt.

Schwerer ist eine Anhäufung von Wasserblasen, .von einer Wassersucht des Eyerstockes zu unterscheiden. Den Unterschied beyder Krankheiten kann man nur dann entdecken, wenn man die Geschichte des Falls genau untersucht. Bey der Wassersucht des Eyerstockes fängt die Geschwulst an der Seite, am untern Theil des Leibes au, und steigt allmählig aufwärts, bis sie einen großen Theii der Unterleibshöhle einuimmt. Da Was­serblasen meistentheils an der Leber entgehen, -so fangt die Geschwulst in diesem Falle gewöhnlich am ober» Theil des Leibes an und steigt abwärts. Da aber Wasserblasen auch an andern Theiken des Unterleibes sich bilden, auch au der Seite und am untern Theite des Leibes Vorkommen, so scheint es kaum möglich, eine dieser Krankheiten von der andern zu unterscheiden.