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Erstes Kapitel.

flüssig bleiben, wie z. B. bey der freywilttgen Trennung der Bestandtheile des Bluts in einem Gefäße nach einer Aderlaß, so würde die gerinnbare Lymphe auf dem Grunde des Serums einen kleinen, leicht von einer zur andern Seite der Höhle beweglichen Kuchen bilden, nicht aber eine an der Oberfläche der entzündeten Mem- bran haftende Lage.

Das Serum ist gewöhnlich in weit größerer Quan­tität zugegen, als es der Fall seyn würde, wenn es blos von einer freywilligen Trennung der auf der ent­zündeten Oberfläche verbreiteten gerinnbaren Lymphe herrührte. Es scheint daher, daß die in die Schichte gerinnbarer Lymphe sich verbreitenden Blutgefäße einen Theil des Serums ergießen. Läßt die Entzündung nach und verwandelt sich die gerinnbare Lymphe in Ver­wachsungen, so verliert sich das *Serum gewöhnlich aus der Höhle, was man als Würkung der Saugadem ansehen muß. Die abnorme Membran muß daher ihre eigenen Saugadern haben, die sich wahrscheinlich durch Verlängerung oder durch Fortwachsen der einsaugenden in die gerinnbare Lymphe sich fortsetzenden Gefäße der entzündeten Membran gebildet haben.

Außer dem Serum findet man, wie ich schon gesagt habe, bisweilen auch Eiter in einer entzündeten, be- gränzten Höhle. In diesem Falle ist es sehr wahrschein­lich , daß die in die Schichte gerinnbarer Lymphe sich vertheilenden kleinsten Arterien, dieses Eiter ausge- stoßen haben. An diese Erklärung, glaube ich, hat man bisher nicht gedacht, aber es ist schwer, unter diesen Umständen eine andere Quelle aufzufinden, aus der man das Eiter herleiten könnte. Wollte man an­nehmen, das Eiter werde durch die Arterien erzeugt, welche in der entzündeten Membran selbst verzweigt sind, so müßte es, ehe es sich in der Höhle ansammeln kann, durch eine Lage gerinnbarer Lymphe schwitzen, welche oft von beträchtlicher Dicke ist. Dieß ist jedoch