ig6 SechszehirteS Kapitel.

Vorsteherdrüse dieBeschwerlichkcit 5 )arn zu lassen, sehr groß seyn muß; diese Beschwerlichkeit veranlaßt außerordentliche und häufige Anstrengungen in der Blase, sie zu überwin­den. JhreMnskelhaur wird folglich viel starker und dicker. Eine Vorsteherdrüse wird mithin niemals zu einem merk­lichen Grade ausgedehnt gefunden, ohne daß die Blase diese Veränderung in ihrer MuSkelhaut zrleidet. Diese Krankheit trifft man schwerlich jemals in einer jungen Per­son an; allein in einer hoher» Lebensperiode ist sie gar nicht selten. 421 )

Steine in den Gängen der Vorsteherdrüse.

Es giebt eine andere Krankheit der Vorsteherdrüse', wekche gelegenheitlich statt findet, ob sie gleich keinesweges so häufig als die vvrherhergehende ist: nämlich die Bil­dung kleiner Steiuchen in ihren Gangen. 42 2 ) Sie sind gemeiniglich von der Große einer kleinen Erbse, und die­jenigen, welche ich sah, waren von einer braunen oder schwarzen Farbe. Was ihre eigentliche Natur ist, kann ich mcht mit Zuverlaßigkcit bestimmen, weil dieses eine viel feinere Behandlung in chemischen Versuchen erfordert, als ich zu besitzen Anspruch mache; allein aus einigen sehr un­vollkommenen Versuchen, die ich gemacht habe, schienen sie in ihren Eigenschaften von Darnblasensteinen verschie­den. *) WaS ich sage, betrifft jedoch bloß die braunen Steine; denn die andern hatte ich keine Gelegenheit zu untersuchen.

*} Sie wurden fnft gänzlich in Ditriolsäure aufgelöst; allein bloß zu einem feinen Pulver durch Salpetersäure zersetzt.

421) Die Fälle, wo ich Gelegenheit hatte, die hier beschriebene Veränderung der Vorsteherdrüse zu sehru, kamen doch meist von venerischer Ursache.

422) Siche Po/// und Na/gefe/d DiSiitutio de Proltatis Calculo

- ad'eäis. Lipiiae 1 jgj.