Krankhafte Erscheinungen an den Nieren. 169
"Es würde schwer seyn, einen genugthuenden Grund anzugeben, warum sich solche Abweichungen in den Nieren si'nden; allein wir können einsehen, daß kein Nachlheil den thierischen Geschäften aus dieser Abweichung erwachst.
Die Nieren haben keinen beträchtlichen Umfang, und können in ihrer Lage ohne merkliche Beschwerde verändert werden. Denn da ihr Geschäft von ihrer relativen Lage unabhängig ist, so muß es genau dasselbe seyn, die Nieren mögen liegen, wo sie wollen. 3 5 7 )
Sind die Nieren klein, so kann die Absonderung des Urins beynahe in der gewöhnlichen Menge durch vermehrte Tharigkeit ihrer Verrichtungen erfolgen; oder solche Personen mögen geneigt werden, mehr als gewöhnlich zu schwitzen; um dem Mangel am tzarne das Gleichgewicht zu halten. Wir wissen sehr wohl, daß die Absonderungen des Schweißes und des Urins wechselseitig für einander die Stelle vertreten. Fehlt eine Niere, so ist die andere, wenn sie größer ist, wahrscheinlich im Stande, den Dienst von zwey Nieren zu verrichten . 3S8 )
Zusätze.
I. So wie oben bemerkt wurde, daß man weniger als eine Niere fand, so fand man auch gegenseitig mehr als
Harnblase ungewöhnlich klein. Diese Frau, sagt er, mieden alle, die sie kannten, wie ein Scheusal, und ihr Mann härteste verlassen, weil man mit ihr wegen des unerträglichen Uringestanks nicht umgehen konnte. — Nach der Note 169. sah er zwevmal eine Niere fehlen.
Mohrenheim in den Wienerischen Beyträgen, im zwevten Bande, Seite 297.
St oll in seiner Ratio Medendi jm siebenten Th eile. Wien 1790.
Th. Pole Memoire« of the London Medical Society, Volum. 11. sah die linke Niere in einem Mädchen gänzlich fehlen.
Ich fand sie in einem Knäbchen fehlen.
357) Die nämliche Bemerkung machte ich 1788. in meiner Ab, Handlung vom Hirn und Rückenmark. Mainz, 8. §. 42.
358) Man sehe hierüber die kurz vorhin angeführte wichtige Anmerkung von Wrisberg nach.
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