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&ttV} Sintis Kapitel.

krankhaften Erscheinungen an der Blase schildere. Hat em Stein im Becken des Harnleiters beträchtlich an Große zu­genommen, so hindert er den Harn fast gänzlich am Ueber- gang in den Harnleiter. Der Urin sammelt sich folglich im Becken über dem Steine, und erweitert es dadurch gar sehr an Größe, eben so wohl als die Höhle der Niere. Auch wird von dem Druck des Urins hinter dem Steins das Becken des Harnleiters, außer daß es erweitert wird, auch aus der Substanz der Niere vorgetrieben. Kommt die Unterbrechung des Ablaufs des Urins aus der Niere von Verstopfung im untern Ende des Harnleiters, oder in irgend einem Thcile der Harnröhre, so wird nicht allein das Becken des Harnleiters, sondern auch der Harnleiter selbst erweitert. Ich sah die Harnleiter beyder Nieren aus dieser Ursache so erweitert, daß sie zwey bis dreymal wei­ter als natürlich waren . 3,5 3 )

Die Beschaffenheit der Verstopfung'sey nun, welche sie wolle, so wird, im Fall das Becken des Harnleiters von der Ansammlung des Urins garsehr erweitert wird, die Höhle der Niere zu gleicher Zeit erweitert. 3 5 3 ) Wie die­ser Proceß fortgeht, wird die Substanz der Niere mehr und mehr zusammengedrückt, und ihre Höhle verhaltnißmaßig größer. Endlich geht die Substanz der Niere größtentheils

Vollkommen barmoniren hiemit die merkwürdigen Be- rechnungcn von D 0 b so n in dem Medical Comipentary on fixed Air, London 1789. welche gan» klar beweisen, daß Hamblascnsteine in den sogenannten Cvder-Distrrctcn in England weit häufiger als in den übrigen sind.

§;r) Häufig fand ich die Harnleiter noch sehr viel weiter, be­sonders in Kindern. Die allcrweiteste Ausdehnung, die ich kenne, hat Co schw i; in seiner Dissertation de Üreterum, Vaivulis abbilden lassen. Diese Dissertation isi in Halles Selc&us Difputationum anatomicarum im dritten Bande wieder abgedruckt; doch ist die Figur viel kleiner als im Originale. Desgleichen Ruxj'ch Obfervationes anatomi- co - chirurgicae, Obiervation. 94. Figur. 88*

353) Hievon besitze ich verschiedene Beyspiele, welche vollkom­men den unvergleichlichen Abbildungen bev Cd. San di­so r t in seinen Obfeivationibus anatomiro pathologicis jM

vierten Buche auf der achten Tafel gleichen.