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Achtes Kapitel.

fells begleitet, bisweilen hingegen nicht. Zn solchen Fallen sind die in den Darmen befindlichen Gefäße, oft mit Luft gefüllt, doch nicht ungewöhnlich sind sie auch ohne selbige. Luft wird oftmals in den Darmen nach dem Tode durch Faulniß entwickelt; allein diejenige, welche wir hier insbesondere betrachten wollen, wird wahrend dem Leben entwickelt.

Es giebt nur zwey Arten, auf welche wir füglich an­nehmen können, daß Luft in den Darmen erzeugt wird; die eine ist irgend eine neue Anordnung der in den Darmen enthaltenen Sachen, durch welche Luft entwickelt wird; die andere ist, die Entwickelung der Luft in den Blutge­fäßen der Darme, durch einen der Absonderung ahnlicken Prozeß, welche Luft nachgehends durch die Enden der aus­hauchenden Arterie in die Döhle der Darme, getrieben Wird. Daß die Blutgefäße eines thierischen Körpers diese Kraft haben, kann man nicht bezweifeln; nur ich muß ge­stehen, daß ich geneigt bin, zu glauben, daß dieses eine sehr häufige Art ist, wodurch sich Luft in den Därmen an­sammelt. Diese Luft ist wahrscheinlich in etwas zu ver­schiedenen Zeiten verschieden: in einigen Versuchen, die ich anstellte, gab sie niemals Zeichen eines Verhältnisses von entzündbarer Luft,' sondern allemal ein sehr großes Verhaltniß von firer Luft. Sie sollte jedoch von einem in der Chemie sehr Erfahrnen untersucht werden, um ihre Bestandtheile genauer bestimmen zu können.

Dieses sind die gemeinsten Erscheinungen von krank­hafter oder widernatürlicher Struktur der Darme; allein ich hatte auch Gelegenheit, andere zu beobachten, welche seltener Vorkommen. In einem oder andern Falle näm­lich , sah ich eine Art knochiger Materie auf der Oberfläche der inner» Membran des Darms abgesetzt. 228 ) Ich sah

sogar

A28) Ich hebe ein Stück Darm von einem Kinde auf, an dem ich selbst eine wahre Verknöcherung auf der inner» Seite des dünnen Darmes fand.