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Achtes Kapitel.
diese Glieder mit Aufmerksamkeit, so sieht man oft in jedem von ihnen Gefäße, welche mit einer bräunlichen Flüssigkeit gefüllt sind, und ein baumförmiges Ansehen haben. Rings um die Ränder eines jeden Gliedes, sieht man deutlich einen schlangenförmigen Kanal. *) Das letzte Gelenk des Bandwurms, abnelt sehr einem gemeinen an seinen Enden abgerundeten Gliede, dem die Oeffnung si hlt. Diese Beschreibung, welche ich liefere, ist hauptsächlich aus dem, was ich selbst sah, genommen, und stimmt, wie ich glaube, mir dem überein, was am gemeinsten ist. Jedoch finden sich von Schriftstellern beschriebene Unterschiede des Band- Wurms, hauptsächlich in Rücksicht der Anzahl und Lage der Oeffnungen an den Gelenken, welche eine Abtheilnng in verschiedene Gattungen veranlassen; allein sie sind alle nach einem allgemeinen Plan gebildet.
S p r i n g w u r m. 226 )
Der Springwurm (Afearis) ist ein sehr kleiner Wurm, den man öfters am untern Ende des Masidarms in Kindern, und selbst in Erwachsenen, weit häufiger antrifft, als man gemeiniglich glaubt. Er ist weiß von Farbe und ungefähr einen halben Zoll lang; er ist ein wenig enger an dem Ende, wo der Kopf sitzt, und am andern Ende geht er in einen langen, sehr feinen durchsichtigen Fortsatz über. Diese Würmer, sind mehr oder weniger mit Schleim umgeben, und dieser wird gemeiniglich in größerer Menge von den Drüsen der inner» tzaur des Mastdarms abgesondert, mittelst der Reizung, die diese Würmer veranlassen.
Nichts ist in der Oekonomie der Tbiere dunkler, als der Ursprung der Eingeweidewürmer; fände man sie irgend-
*) Dieses so wohl, als die Gefäße, die ein baumförmr'ges An- • sehen haben, sieht man sehr deutlich eingesprükt, in einigen Präparaten, welche Herr Carlisle, ein junger sinnreicher Wundarzt, verfertigt und mir verehrt hat.
226) Diesen Springwurm — Masiwurm — Madenwurm — Afearis vernücularis — bildet sehr genau, auch sehr stark vergrößert ad Götze am angezcigren Orte Tab. V. Figur.
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