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Achtes Kapitel.

stände . 2 0 s ) Diese krankhafte Erscheinung ist nicht häufig; allein man fand sie bisweilen in sehr heftigen Rühren, der­gleichen Pringle *) beschrieb.

Ich sah ebenfalls die innere Haut des dicken Darms, breite, dicke Falten bilden, in welchen eine ansehnliche Menge Blut angesammelt war. Diese Falten waren voll­kommen unabhängig von dem Zustande der Zusammenzie- hung der Muskelbaut, und waren sehr verschieden in ihrem Ansehen von der unregelmäßigen Nunzelung, welche man oft an der inner« Haut des dicken Darms wahrnimmt. Un­tersucht man diese Falten, so bestehen sie aus einer An­häufung des Zellstoffs, welcher außerhalb der inner» Haut des Darms liegt. Was die Wirkung dieser krankhaften Struktur auf den lebendigen Körper war, konnte ich nicht erfahren.

Auf der inner» Oberfläche des dicken Darms, unge­fähr zwey Zoll über dem After, wachsen bisweilen kleine Fortsatze von der innern Haut. Sie umgeben gemeinig­lich den Darm in kleinen Entfernungen von einander, so daß sie eine Art von Kreis bilden»

Hämorrhoiden und Mastdarmfisteln.

Hämorrhoiden oder geschwolleneVenen desMastdarms^') und Mastdarmfisteln, sind Krankheiten, welche sehr ge-

*) S. Pringles Difeafes of the Army. S. 245.

208) Diese Knötchen scheinen mit demjenigen vorhinerwälm- ten Zustande der angeschwollenen Da rin dräschen überein- zukommen, welchen Röder er und Wagte r beschrieben und so schön abbilden ließen.

209) Durch eine genaue anatomische Untersuchung der Hämor­rhoiden, könnte man sich ern um so größeres Verdienst er­werben, je gemeiner diese Krankheit ist, je mehrere Be­griffe hier zu verbessern sind, und je beschwerlicher diese Un­tersuchung ist, die daher auch bis jetzt Jedermann abgcschreckr zu haben scheint.

Erstens sind die Mastdarmvencn, welche öfters bluten oder die sogenannte goldene Aber verursachen, diejenigen, welche den äußern Masidarmarterirn aus der gemciuschaft- lrchc» Schaamartcrir entsprechen, nicht aber diejenige»