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Sechstes Kapitel.

von der größer» Anhäufung des Bluts in den kleinen Blut­gefäßen, als von der Austretung der Flüssigkeiten in die Substanz der Darme; denn dieß sind die Folgen von einer starken enrzündungsartigen Wirkung der Gefäße. Das Ge­kröse des dünnen und des dicken Darms ist weit dicker als im natürlichen Zustande, auch findet sich eine merkwürdige Veränderung am Netze. Es ist oft so dick als eine Hand, und liegt wie eine begranzte Masse langst der großen Krüm­mung des Magens. I3<5 ) Die Hauptursache dieser Ver­änderung in diesen Theilen ist, das Austreten der gerinn­baren Lymphe in den Zellstoff, zwischen die Blatter des Bauchfells, aus denen das Netz besteht.

An vielen Stellen erzeugt sich eine Lage von einer gelb­lichen breyigen Materie, welche verschiedene Portionen der Eingeweide zusammen leimt; bald ist diese Lage dünn, bald von ansehnlicher Dicke, und scheint die gerinnbare Lymphe des Bluts zu seyn. Diese Lage der gerinnbaren Lymphe, findet man oft sich über die unmittelbare (oder eigentlich) entzündete Oberfläche erstrecken. Dieses kommt von der gerinnbaren Lymphe, welche aus den Gefäßen in einem flüssigen Zustande tritt, und deshalb durch die Granzen der entzündeten Oberfläche nicht eingeschränkt wird, wenn sie dicht zu werden anfangt. Auch findet sich eine beträcht­liche Menge einer bräunlichen Flüssigkeit in der Bauchhöhle, welche dem Blutwasser gleicht, und mit dünnen Fadchen von gerinnbarer Lymphe, bisweilen auch mit Eiter ver­mischt ist, welche ihr ein trübes Ansehen geben. Die Menge der gerinnbaren Lymphe, und der Flüssigkeit ist bisweilen ansehnlich im Verhaltniß zu dem Grade der Ent-

verdickt werden, oder wo ihre Haute der Länge nach, so zusammen kriechen, oder sich verkürzen, baß sie den gewöhn- lrchen Durchmesser der dicken Därme übertreffen.

iz6) Dieses fand ich vorzüglich in Wöchnerinnen, welche am Kindbettficber gestorben waren.

Ferner fand ich drcß in einigen Negern. Siebe meine Schrrst von der körperlichen Verschiedenheit des Negers vom Europäer. Maynz r?8;. 8.