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Drittes Kapitei.
sammenziehungen in ihnen hervorbringt, kann als fähig angesehen werden, um eben sowohl eine An Häufung des Bluts hervorzubringen, als eine vermehrte Wirkung, der innern Zweige der Jntercostalgefäße, von denen sich viele auf dem Brustfelle verbreiten. Vielleicht ist auch nach einem andern Grundsatz ein anderer Consensus zwischen der Wirkung der äußern und inner» Gefäße an der Brust, als am übrigen Körper. Waren diese Beobachtungen richtig, so lehrten sie uns die Ursache, warum Entzündungen des Brustfells so häufig sind, allein mau kann sie nur alsMuth- maßungen ansehen. Die Ursache sey auch, welche sie wolle, fo ist die Thatsache außer Zweifel, daß das Brustfell mehr zur Entzündung geneigt ist f als irgend eine andere Membran, die eine geschlossene tzöhle bildet. Dieß ist so sehr der Fall, daß man schwerlich eine Bnist einer erwachsenen Person offnen kann, ohne mehr oder weniger die Spuren einer gegenwärtigen, oder vorhergcgangenen Entzündung wahrzunehmen.
Wenn das Brustfell entzündet ist, wird es dicker als gewöhnlich, und gewissermaaßen breyig. ö3 ) Man sieht die Brust mit einer großen Menge sehr kleiner Gefäße durchzogen, welche rothes Blut enthalten; ferner eine Lage gerinnbarer Lymphe, welche zu gleicher Zeit auf ihre Oberfläche abgesetzt wird. Diese Lage ist bisweilen sehr dünn, bisweilen von ansehnlicher Dicke. Sie ist entweder glatt auf ihrer Oberfläche, oder von ihr gehen feine, zarte Fäserchen ab, welche ihr das Ansehen von Frangen geben. Auch dünstet in die Brusthöle, eine seröse Feuchtigkeit aus, in welcher viele kleine abgerissene Blättchen der gerinnbaren Lymphe schwimmen, und bisweilen ist sie mit etwas Eiter vermischt.
62) Am dicksten und gleichsam sulzig fand ich das Brustfell in einem männlichen Körper an der Stelle, wo sich eine wegen venerischen BeinfranesgebrochrreRibbe in einem ringsum geschlossenen Abscesse befand.