2
5 - 2 .
Da ich nun bey dieser Gelegenheit wahrnahm, dafs besonders diejenigen Zähne, welche Kennedy in seiner trefflichen, aber nicht nach Würden bekannten Abhandlung *) von einigen in Baiern gefundenen Beinen beschrieb, durch Anwendung der neuern Entdeckungen in diesem wissenschaftlichen Fache um Vieles an Interesse gewännen 5 da ferner dieses Geschäft, mit unseres Col- legen des Hrn. Staatsraths von Kielmeyer gütiger Uebersendung eines Elephanten-Backzahns, nebst einer Abbildung der Lage, der im Jahre 1816 zu Canstatt ausgegrabenen Elephantenzähne zusammentraf: so entschlofs ich mich, aufser einer Beschreibung jenes Mühldorfer Stofszahnes, nicht nur einen kleinen Beytrag zu unseres Collegen von Leonhard in der letzten Sitzung mitgetheilten Nachricht über die Canstatter Ausgrabungen , sondern zugleich auch einige Bemerkungen zu Kennedys gedachter Abhandlung der königl. Akademie vorzulegen.
5 . 5 .
Gegenwärtige Stücke eines Elephanten-Stofszahns, wurden am 6 . September 1817 von Michael Brunhuber, Sohn eines armen Metzgers, zu Mühldorf, am rechten Ufer des Inns, 130 Schritt unterhalb der Mühle gefunden, während er im Begriffe war, einiges durch das Hochwasser herbeygeführte Holz aufzufangen. Dieser Zahn lag horizontal an, einem in die Erde geschlagenen Pfahle, welcher sein weiteres Fortschwemmen /verhindert zu haben schien. Er brauchte nicht ausgegraben zu werden, weil er frey auf dem Sande lag. In den Umgebungen der Stelle, auf der er sich befand, bemerkte man weiter nichts diesem Stücke ähnliches.
§• 4»
*) Im vierten Bande der neuen philosophischen Abhandlungen der churfürstlich« Baicrischen Akademie der Wissenschaften» München 1785. Seite 1 *