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erklaerdng
DER
DRITTEN TAFEL.
Erfüllt diese dritte Tafel ihre Bestimmung, so giebt sie treue und deutliche Bilder
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von den knöchernen Behältern der Augäpfel, von den Muskeln oder Werkzeugen, welche den Augapfel bewegen, und von den Nerven, mittelst welcher die Bewegungen dieser Muskeln willküfarlich regiert werden.
Diese Tafel zeigt daher im Allgemeinen die Grofse, Gestalt und Zusammensetzung der unteren Hälfte beider Augenhöhlen, in Rücksicht ihrer Lage sowohl gegen den Schedel, als gegen einander. Ferner einen Theil des Grundes der Hirn- schaalenhöhle, pnd die Muskeln und Nerven des Auges in ihrer ganz natürlichen Bes chalfenheit.
Insbesondere aber zeigt die erste Figur dieser Tafel die genaue Ausmessung der Kegel der Augenhöhle, die Richtung ihrer Achsen, die Dicke ihrer Wände, die Beschaffenheit ihrer benachbarten Knochen, die Art ihrer Auskleidung, die Arterien ihrer Beinhaut und die Mündung ihres knöchernen Thränenkanals.
Die zweyte, dritte und vierte Figur zeigen insbesondere die natürliche Lage, Gröfse, Gestalt, Zusammensetzung, Verbindung und Anheftung der sechs Muskeln des Augapfels? und des Aufhebers des oberen Augenliedes.
Die fünfte, sechste und siebente Figur zeigen insbesondere die Art, wie diese Muskeln mit Nerven versorgt sind; die Art der Verflechtung dieser Nerven unter- einander, und mit vorzüglicher Genauigkeit die wahre Gröfse dieser Nerven sowohl gegeneinander, als gegen die Muskeln, denen sie angehören.
Um die Lage und Richtung der Augenhöhlenachsen gehörig darzustellen, wählte ich unter einigen hundert Schedein, denjenigen aus, an dem ich die geräumigsten und regelmäfsigsten Augenhöhlen fand. Diefs war der Schedel eines erwachsenen Türken. Mit den feinsten Haarsägen führte ich einen Schnitt anfangs so, dafs er die Kegel der Augenhöhlen in horizontaler Richtung aufs genaueste halbirte; nach davon genommener Abbildung fügte ich die getheilten Stücke des Schedels wieder zusammen, und halbirte den nämlichen Kegel in vertikaler oder senkrechter Richtung gegen jene horizontale.
Die untere Hälfte des horizontal halbirten Kegels der Augenhöhle stellt diese Tafel, die obere Hälfte aber, so wie die innere und äufsere Hälfte des vertikal getheilten
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