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zurückprallen, theils durch die Breite und Dicke, theils durch die mehrere Beweg­lichkeit des unteren Augenlieds vom Augapfel abgehalten.

Die Spalte der Augenlieder selbst ist verhältnifsmäfsig enger, oder weniger offen, somit vom Augapfel weniger blofs gegeben. . Folglich werden auch dadurch viele von oben und unten gegen das Auge dringende Lichtstrahlen vom Apfel abgehalten.

Die Ränder der Augenlieder sind schlangenförmiger oder gewundener, wulsti­ger und dicklicher. Die äufsere Lippe der Ränder ist rundlicher; folglich schliefsen sie sich auch kräftiger, fester und genauer aneinander.

Die Augenwimpern sind an beiden Augenliedern durchaus weit krümmer, oder gebogener, und dichter zusammen gereiht, als bey Europäern, und bestehen aus kohlschwarzen feinem Haaren, da sie selten bey Europäern so dunkel schwarz, und einzeln so fein zu seyn pflegen; folglich können sie auch ihres Orts mehrere Licht­strahlen vom Augapfel abhalten.

Die Verbindungshaut des Auges ist bräunlich; wenigstens sah ich sie nie so weifs und klar durchsichtig beym Neger, als beym Europäer, daher hat das Auge ein trübes etwas mattes Ansehen, gerade als wenn es bey uns etwas entzündet ist. Sollte vielleicht auch dieses zu besserem Schutze gegen grelles Licht dienen? Etwa durch ein Dämpfen der von den Rändern der Augenlieder abprallenden Lichtstrahlen.

Das Analogon von dem dritten Augenliede der Thiere oder das mondförmige Fältchen ist stärker.

Die Hornhaut selbst scheint bey übrigens gröfserem Augapfel kleiner, und weniger convex.

Auch ist der durch die Hornhaut durchscheinende Stern, oder die Blendung meistens einfärbig und so dunkelbraun tingirt, dafs man in einiger Entfernung das Lichtloch oder die Pupille nicht unterscheidet, sondern die ganze Blendung wie ein runder schwarzer Fleck erscheint. Auch dieses giebt dem Auge etwas starres, wenig lebhaftes.

Endlich liegen, nach Bonns treflieher Bemerkung, die knöchernen Augenhöhlen, wie bey Affen, in derselben Ebene. Auch scheinen in einigen Negerköpfen die Augenhöhlen, wie bey Affen, dichter aneinander zu liegen. Dieses läfst sich auch zum Theil aus dem Profilauge Fig. 6. schliefsen, wo die Nasenwurzel defshalb so eingezogen scheint. Folglich bestreichen auch die Mohrenaugen ein kleineres Feld als die europäischen, * und erhalten auch unter übrigens gleichen Umständen weniger Lichtstrahlen.

Alle diese Einrichtungen des Mohrenauges scheinen offenbar zu bewirken, dafs die Augen der Mohren in den heifsesten Gegenden Afrikas die blendendsten unter

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