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Deutlichkeit in möglichster Kürze und Eleganz, waren auch hier meine Zwecke. Und da ich für Jedermann, nicht blos für Aerzte arbeitete, so behielt ich, sowohl von der einen Seite, die von den geschmackvollsten deutschen Gelehrten bereits angenommenen Terminologien bey, als ich von der andern Seite Irrthümer mit Stillschweigen übergehe.
Mein Hauptwunsch bey dem allen war, wo möglich zugleich nicht nur Liebhaber, sondern auch strenge Anatomen zu befriedigen. Diesen suchte ich dadurch zu erreichen, dafs ich eine allgemeine unterhaltende Erklärung jeder Tafel ihrer schulgerechten buchstäblichen Erklärung Vorgehen liefs.
Personen, deren Sache es nicht seyn kann, sich in alle weitläufigen, ihnen am Ende doch nicht sehr brauchbaren, Feinheiten einzulassen, können sich füglich, mit den schattirten Tafeln und der allgemeinenErklärung,selbst mitUebergehung mancher Figur, begnügen. Für sie sind gröfstentheils weder die linearischen Tafeln, noch die buchstäblichen Erklärungen ei sie indessen manches genauer erforschen, so können sie sodann in der genauem Erklärung auch darüber Auskunft finden. Auf diese Art werden sie auf der einen Seite nicht genöthigt,um des für sie Brauchbaren willen alles durchzugehen, und auf der andern Seite entgeht ihnen doch gar nichts an Genauigkeit in den Hauptdarstellungen. Denn immer hatte ich den Grundsatz, dafs man in anatomischen Abbildungen, selbst für Layen, nicht richtig, fleifsig, und fein genug seyn kann. Was ist der Zweck einer solchen Abbildung? Doch wohl nichts anders als ein bildliches Darstellen einer einzigen Oberfläche eines Präparats statt eines Darlegens in der Natur. Könnten wir immer dieses, so bedürften wir wahrlich nicht jenes. Weil also die beste Abbildung in Rücksicht der Feinheit und Mannigfaltigkeit die Natur nie erreicht, folglich dasjenige was man dem Liebhaber statt der Natur selbst darzeigt,
eentlich bestimmt. Wollen