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merken die Patienten doch gemeiniglich lange vorher, dafs es zu Zeiten mit ihrem Harnlassen nicht rechten Fortgang haben wollte.

Denn überhaupt verschlimmern und verbessern sich abwechselnd solche Verengungen durch heftige Leibesbewegung, durch scharfe Spei­sen, durch hitzige Getränke, überhaupt durch jede Erhitzung, ganz vorzüglich durch Uebertreibung im Beyschlafe. Kälte vor Allem wirkt sehr nachtheilig auf sie, daher solche Patienten im Winter mehr als im Sommer leiden. So sah ich unter andern ncdi im lehrten Sommer 1807 einen Mann, welcher, ungeachtet er bereits bedeutend an einer Harnver­haltung gelitten hatte, doch zu keinem regelmäfsigen Gebrauche der Ker­zen gebracht werden konnte, sich auffallend wohl befinden, und kaum etwas mehr von seiner Verengung zu leiden. Daher bemerkt auch N auche, dafs J. Hunter diese Harnverhaltung irrig permanent nenne. Eine gute Diät trägt ebenfalls ungemein viel zur Linderung und Besserung der­selben bey.

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§ 11Ö.

Selten ist wohl bey Männern von hohem Alter die blofs-krampf- hafte Verengung der Harnröhre ohne alle hesmniere Verdickung einer Stelle. Ein chronischer Krampf nämlich hält bey Personen , welche kurz hintereinander Tripper hatten , und mit reizenden Einspritzungen behan­delt wurden, die Harnröhre fest zusammengezogen, so dafs der Harn in einem dünnen Strome und mit Beschwerde abgeht, auch wohl ganz ver­halten wird. Eine Kerze , welche sich zuweilen ganz leicht, zu einer an­deren Zeit gar nicht einbringen läfst, verräth am deutlichsten diesekrampfige Verengung der Harnröhre. Sie erfordert keine Kerzen, sondern lange fortgesezte und öfters wiederholte Einreibung der flüchtigen Salbe in das Mittelfleisch, oder ein dahin gelegtes Blasenpflaster.

§ 119-

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Die Zu fälle einer HarnrÖhren-Verengung sind folgende: Beyerne r einigermafsen bedeutend«^ Vcr$^gvm g fliefst der Harn in einem dünnen