zen P.LOUCQUET*) mehrere Fälle an führt. Nach der Verschiedenheit der Stelle der Harnblase, welche brandig wird-und den Urin durchläfst, entstehen auch verschiedene Zufälle, wie schon bey den Geschwüren §. 27. gezeigt worden.

.§ 35, . . ,i =

Die Erkenntnifs und Unterscheidung der eigentlichen Blasenläh­mung von allen anderen Zufällen, ist in den meisten Fällen, versteht sich bey Männern in hohem Alter, nicht schwer. Der Kranke weifs, und be­stimmt selbst, wie lange er keinen Harn weggelassen, und wieviel er ge­trunken hat, er fühlt selbst deutlich, dafs seine Blase sich füllt, bemüht sich auch den Harn wegzulassen, vermag es aber nicht, spürt übrigens, anfangs wenigstens, aufser dumpfer Beängstigung, keine örtliche Schmer­zen; denn der Fälle, wo durcheine Entzündung, oder durch ein Geschwür am Blasenhals eine Schnürung desselben, und darauf schmerzhafte Blasen- lälunung nur als Symptom erfolgt, ist vorhin schon gedacht worden, ge­hören also euch nicht zu gegenwärtiger Betrachtung.

Ist die Ausdehnung der Blase durch den Harn beträchtlich, so spürt jman deutlich eine Schwappung (Fluctuation) durch den Mastdarm , und 1 nimmt sie noch mehr zu, sogar über den Schambeinen. Am deutlichsten fühlt man alsdann eine wechselseitige Schwappung, wenn man die zwi­schen der Hand auf dem Schamberge und dem Finger im Mastdarme be. Endliche Harnblase abwechselnd drückt.

§. 36 . ..

Mit Steinbeschwerden kann man wohl die eigentliche Blasenläh­mung nicht verwechseln, ungeachtet» eine Blasenlähmimg erfolgt, wenn sich ein Harnstein in den BlasenUals hinein zwängt und die Mündung der

Harnröhre verstopft. Allein alsdann ist rnit der Blasenlähmung der hefti«--

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ste Schmerz verbunden. Selten läfst ein Stein die Blase so ruhig und ihre

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