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§ = 3 .

Ein Blasencatarrh von unheilbaren Ursachen, z. B. von desorgani- sirten Eingeweiden ist unheilbar. Man sah ihn mit Friesel abwechseln, /lte Männer erleiden leicht einen Rückfall. Auch Lassus a ) erklärt den Blasencatarrh, den er eine-chronische Entzündung der Blase nennt, für gewöhnlich unheilbar. Nimmt die Krankheit überhand, so macht sie Blasenlähmung, und die habituell entzündete, innere Haut der Blase wird varikös. Ungeachtet sich die Krankheit durch gute Diät vermin­dern läfst, behalten sie doch Männer von hohem Alter meistens bis an ihr Lebensende.

§. 24.

Bey der Behandlung des Blasencatarrhs suche man die entfernten Ursachen desselben zu heben. Z. B. Hämorrhoiden, vorzüglich die Gicht und die Verengungen der Harnröhre. Hat die Krankheit den Charakter der Synoclia, oder ist sie mit Blasenentzündung verbunden, wie dieses Odier*) in allen Fällen zu anfangs annimmt, so brauche man nach 'T" den Umständen, Aderlässen^ Blutegel, T5äder und Breyuinschläge. Hat sie hingegen den Charakter des Typhus, so gebrauche man stärkende v * und reizende IMittel, z. B. den Aufgufs der Bärentraube mit Kalkwasser.

In der Folge, um die Erschlaffung zu heben, Alaun, Campecheholz, die ... Peruvische Binde, Zimmet und Eisen. Grasiiuys heilte mit der Tinctur , 7 w^W der China , und des Catechu-Saftes einen eojährigen, mit Strangurie, und Abmagerung des Körpers verbundenen Blasencatarrh.

Der Complication des Blasencatarrhs begegnet man auf eine ihr angemessene Weise.

So heilte Bartiiez seinen Kranken, der offenbar am Blasen- catarrhe von versezter Gichtmaterie litt, und wie ich schon anführte, fünfzehn Pfund Schleim in sechs und dreysig Stunden von. sich °- a b.

a) Pathologie chirurgicale. Paris i8o3. Tom. I. Cap. 3i. pag. itp. V) Manuel de iXIediciue praticjue. Geneve, i8o5.