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durch den Mastdarm auf die leidende Harnblase, rennehrt bey emir Blasenentzündung die Schmerzen aufs Fürchterlichste; nicht so beym Blasenkrampfe.

5) Nach Richter ist es ein sicheres Zeichen, dafs die Blase entzündet ist, wenn der Schmerz in dem Augenblicke zunimmt, wo der Urin ausfliefst. ^

G) Auch die Dauer des Schmerzes, welche gewöhnlich entweder eine auffallende Continuität oder Periodicität verräLh, unterscheidet die Blasenentzündung vom Blasenkrampfe. Hält der Schmerz nicht nur unausgesezt an, sondern fährt er in einem gleichen Grade fort, oder steigt er wohl gar , ohne merkliches und bedeutendes Nachlassen , so kann man auf Entzündung, nicht sowohl auf Blasenkrampf schliefsen. Läfst der Schmerz hingegen Minuten , ja Stunden lang, grofsentheils wenigstens, nach, so kann man wohl nicht irren, wenn man auf Bla­senkrampf schliefst. Fn id. Ho ff mann erklärt sogar, nach dem zu seiner Zeit angenommenen Systeme die Periodicität des Blasenkrampfes ganz sinnreich.

7) Die Art des Schmerzes selbst unterscheidet die Blasenentzündung von dem Blasenkrampfe. Bey der Entzündung ist der Schmerz mehr brennend, klopfend, stechend, bey dem Blasenkrampfe mehr drückend und kneipend, und den sogenannten Wehen der Gebährenden gleichend.

8) Auch die Beschaffenheit des Kranken kann uns Unterschiede an die Fland geben, ist er robust, vollsäftig, mehr fett als mager, ist er sonst zu Entzündungen geneigt gewesen, hat er die Gewohnheit gehabt Blut zu lassen, und diesem einige Zeit zuvor unterlassen, so kann man auf Entzündung schliefsen; ist der Patient dagegen schwächlich, ehedem zu Krämpfen und Koliken geneigt gewesen , so darf man auf Blasen­krampf schliefsen.

9) Erleichtert den Unterschied schon gewissermafsen das hohe Alter des Kranken. Nicht leicht läfst sich vermuthen , dafs ein Mann, der ein hohes Alter ohne Krampfzufälle erreichte, auf einmal nun noch im hohen Alter damit geplagt seyn sollte, sondern man kann bey einer

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