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v Betracliten wir die Krankheiten der Harnblase und Harnröhre, aus dem von den Preisaussetzern bedingten Standpunkte, im Allgemeinen, so zeigt sich, dafs diese Krankheiten dem hohen Alter vorzüglich drohen. Wenn nämlich die pathologischen Abnormitäten des menschlichen Organismus, in der Kindheit, dieijn —^nd um das Haupt gelagerten Organe ^angreijen, in der Jugend dfe Organe in der Brusthöhle betreffen, im'-deUManrdrarkeit die Organe der Bauchhöhle
Alter die im — und am Becken
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plagen , so erreichen sj^Jm befindlichen Organe;,-bis sie,^inThöchsten Alter durch wiederholte Anfälle auf das Haupt, die Kette dieses Zirkels der menschlichen Leiden schliessen, und das Leben, somit, auch diesen Organismus, endigen.
Diese Leiden der Harnblase und Harnröhre scheinen also gewis- sermafsen im gewöhnlichen pathologischen Gange der Natur, von der Kindheit zum Alter, zu liegen, oder nach der Sprache der Montpellieri- schen Schule scheinen die sogenannten Fluxionen in den Verschiedenen Lebensperioden nach einem verschiedenen Punkte ihre Richtung zu nehmen.
Sie treffen aber um so mehr das männliche Geschlecht, weil dessen Harnröhre nicht nur gleich, bey ihrem Ursprünge, eine theils engere, theils weitzusammengeseztere Einrichtung hat, sondern auch die Vorsteherdrüse 'noch hinzutritt.
Selbst im möglichst ungestörten, oder bis ans Lebensende nicht von der Normalbeschaffenheit abweichenden Zustande des Organismus, scheinen Harnblase und besonders noch die Harnröhre mit allmählicher sichtlicher Abnahme oder Verkleinerung der Zeugungstheile, ebenfalls und zwar verhältnifsmafsig mehr als andere Organe , sich zu verkleinern und von ihrer Lebensthätigkeit zu verlieren; folglich auch den auf sie ein wirkenden Schädlichkeiten weniger kräftig, als in der Jugend widerstehen, und sie weniger leicht überwinden zu können. Nehmen wir hiezu, ebenfalls für jezt nur noch im Allgemeinen, dafs wir besonders Menschen von grofser Lebensconsmntion und arthritischer
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