Sollte lieh die alte Bemerkung, dafs von Ammen gefaugte Kinder oft nicht der Mutter, fondern der Ammen Gemüthsart annehmen, nicht aus der fupponirten Reforbtion des Fluidi ner- vei etwas näher erklären laffen ? Das aus den Nerven der säugenden Amme durch den Dudtus thoracicus ins Blut gebrachte Fluidum nerveum nämlich wird auch der Milch bey ihrer Secre- tion beygemifcht, und geht dadurch ins Kind über, um lieh deffen Fluidum nerveum zu afh- miliren.

Der Einflufs demnach, welchen diefes Flui­dum nerveum auf die Neigungen und Leiden- fchaften der Amme hatte, wird dadurch alfo auch dem Kinde bey diefer Gelegenheit mitge- theilt. Ich kann nicht umhin, hier die fchöne Stelle des Phavorinus s) zu wiederholen, wel­che genau, fogar wörtlich, fchon unfern Satz

s) Bey A. Gellius. Nodtium Atticarum Libr. XII. cap. i.