52

ausdehnenden Bauchdecken, widersteht na'mlich die weiße Linie mit dek Spur ihres ehemaligen Nabelringes weni­ger, als die übrigen Stellen, weil sie durch keine leben­dige Muskelfasern bedeckt und geschützt wird. Rechnet man hierzu noch die allgemeine Erfahrung des ganzen Körpers, und der Bauchhöhlenwände insbesondere; so ist die Entstehung um so begreiflicher. Diese Ausdehnung und der Andrang des Wassers geht so weit, daß D o n a ld Monro *) und W arner sogar einen solchen Nabelbruch platzen sahen.Die Bedeckungen eines solchen Bruchs, bemerktRich te r *), der gemeiniglich nichts als Wasser ent­hält", stud oft so dünn, daß der Bruch fast ganz durch­sichtig ist, und zu großer Beschwerde des Kranken wohl gar aufbricht, wie Roonhuysen 1 2 3 4 ) zwey solcher Fälle sah.

§. 5 ^.

Einen, durch das Brandjgwerden der Nabelgegend entstandenen Bruch, beobachtete Bonn in folgendem Fal­le, den er Herrn Spruyr^) mittheilte.Eine Frau legte gegen Kolikschmerzen heiß gemachte irdene Teller blos auf die Haut. Es entstand heftige Entzündung und Brand. Nach Ablösung des Brandigen heilte die Stelle mit einer vertieften und schwachen Narbe zu. Diese nicht hinrei. chend starke Stelle konnte dem andauernden Drucke der

1) On Dropsy, p. 217. In der Note 2. giebt er auch ei­nige Limratur über solche Fälle, die er Appendages of tlie Ascites nannt.

2) a. a. O- S. 6Z1.

3 ) Obs. XII. et XIH.

4 ) Preisschrift, §. 3a.