A l h m e n.

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rung für und durch andere Menschen, Gefühl der Zärtlichkeit, die auf ein zartes Gefühl wirkt Physische Ursachen sind: Körperlicher Schmerz, Vollblütigkeit, .Andrang des Bluts nach dem Kopfe, üble Verdau­ung, fo genannte Hypochondrie, kränklicher Reiß in der Nase Daher sehen einige Personen beim Schnup­fen weinerlich aus.

Unwillkührliches Weinen kann daher in Krank­heiten ein böses Zeichen seyn, weil es einen Verborge­nen Reiz verrath.

Eben geborne Kinder weinen mehrentheils.

Das Weinen hat überhaupt, ohngefahr gleichen Vortheil und Nachtheil mit dem Lachen; denn in einem mäßigen Grade hebt'S die Beängstigungen bei der Trau­rigkeit, lange fortgesetzt hingegen, z. B. bei Kindern, erregr's Beängstigung. Doch hat man keine Beispiele, daß Weinen so schnell als Lachen geschadet habe.

Da sich in Ansehung des Gesichtes oder Antlitzes beim Weinen vorzüglich die Gegend um die Augen rvirksazn zeigt, so scheint besonders der Erste und Zweite Ast des Fünften Hirnnerven rege oder gerührt zu seyn. Daher ziehen sich die Augenlieder zusammen, daher werden alle Thranenorgane in Wirksamkeit versetzt.

Die Gegend um den Mund wird hiebei nur in so ferne auf die entgegengesetzte Weise als beim Lachen ver­ändert, als wegen des unmittelbaren Zusammenhangs der Haut um die Augenlieder mit der Haut um den Mund keine beträchtliche Veränderung in der einen Vor­gehen kann, ohne nicht zugleich die andere mit zu ver­ändern.