74

A t h m e n.

schen Wärme in den Lungen befinden, oder daß hier das Blut oxygenirt werde.

Daher ist nach ganz zuverläßigen Versuchen an Thieren Sauerstoffgas, das einigemal mehr Wärme­stoff, als die athmofpharische Luft, enthalt, auch eini­gemal langer zum Athmen tauglich.

Eingeathmete athmospharische Lust verliert unläug- bar ein Fünfzigstel von ihrem Umfange und von ihrem Sauerstoffgase (dephlogistisirter Luft); wird aber mit einem Zusätze von gekohltem Wasserstoff, als sichtlichem Wasserdampf, freier Wärme, und Kohlengesäuertem Gase (Fixer Luft) wieder auögeathmet; mithin bleibt vom Sauerstoffgase der eingeathmeten Lust in den Lun­gen und im Venenblut der Lungen ein Theil zur succes- siven Erwarmung dev Körpers zurück, während daß ein anderer Theil des Sauerstoffgases - Wärmestoff nämlich - frei wird, und der auögeathmeten Lust Wärme mittheilt.

Die Beweise, daß sich die gennanten Bestand- theile wirklich in der auögeathmeten Luft finden, sind leicht zu führen. Den Wafferdampf sieht man, wie oben gesagt, bei einer Wärme der Lust unter vierzig Grad Fahrenheit mit Augen. Den freien War- Mestoff fühlt man eben sowohl, als ihn der Wärme­messer angiebt. Das Kohlengesäuerte Gas oder die FixeLust in der ausgeathmetenLuft verrath sich durch das Trüben des Kalkwaffers oder durch das Nieder­schlagen des Kalkes aus dem Kalkwasser, nebst der Unfähigkeit, die Lichtstamme zu unterhalten.

Das Blut, das in den Lungen durch den Sauer-