Hauptgrund meines Schluffes: Daß der Hrrnsand zum natürlichen Baue des Hirns gehöre. — Ich schließe also auch hier: Gehört die Flüssigkeit (Aqua) zum natürlichen Baue des Hirns, so muß sie freilich nicht nur lrequen8, sondern mehr als frequens, ist, beständig seyn. Ich für meinen Theil muß gestehen, daß eö mir bei einiger Ueberlegung schlechterdings nicht einmal denkbar ist, daß sich z. B. die Wände der Hörner der Hintern Seitenhirnhöhlen (Cornuum posterio- rum Ventriculorum lateralium) oder der Vierten Hirnhöhle (Ven- triculi quarti) auf die Art, wie es Faller angiebt, berühren könnten; denn allemal hat das Lacunar superius Ventriculorum Cerebri eine vom Pavimento dieser Ventriculorum sehr auffallend verschiedene Gestalt: welches doch wahrlich nicht seyn könnte, wenn die Theile so an einander, wie der Herzbeutel ans Herz, oder die Brustfelle an die Lungen, paßten.
Was Faller über die Communication der Hirnhöhten sagt, hat Monrok) bereits umständlich berichtiget.
§. 12 .
Einer gleichen Berichtigung scheint mir-bei -Haller'n der ganze Loste Paragraph, welcher von der Feuchtigkeit der Hirnhöhlen (Aqua Ventriculorum Cerebri) handelt, ZU bedürfen.
„Ne vero — hebt er an — Lacunar Ventriculi Pavimento „connascatur, Vapor facit, qui tmdique de membrana ventriculum „vestiente deque plexubus choroideis exhalat, et modico madore M omnem internam cavam superbciem oblinit.“
(Man sieht, daß, da -Haller von dem Gedanken ausgeht: Die Feuchtigkeit der Hirnhöhlen diene, um die Verwachsung zu hindern, — er alles übrige sich darauf beziehen läßt.)
£) Monro Betrachtungen über'6 Nervensystem. Leipzig 1787;