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§. 9 *

Was ich Wand oder Wände der Hirnhöhlen nenne, bedarf kaum einer Erklärung; nämlich: die Oberflächen der Hirnhöhlen, die die Feuchtigkeit der Hirnhöhlen berühren, und die wechselseitig von ihr be­rührt werden; und da man sich gewöhnlich den menschlichen Körper in aufrechter Stellung denkt: so sind die Ausdrücke: Obere, Untere, Rechte und Linke Wand, ebenfalls deutlich.

§. io.

Wenn ich die eigentliche Beschaffenheit der Hirnhöhlen, in Anse­hung ihrer Ausdehnung, Form, Lage, Granzen, Verbindung, Anfüllung, Zahl ihrer Gänge, u. s. f. bei meinen Lesern nicht als bekannt voraus- ftHen darf: so muß ich selbige, um mich nicht selbst abzuschreiben, auf meine Hirn- und Nervenlehre, und auf Vic d'Azyr's Tafeln verweisen.

Dem ungeachtet scheint es mir nothwendig, noch ausdrücklich fol­gendes zu bemerken; nämlich: daß man sich die Hirnhöhten nicht etwa so, wie die Bauchhöhle, Brusthöhle, Gelenkhöhlen, u. s. f. und selbst die Höhle zwischen der auswendigen Fläche des Hirns und der Festen Hirnhaut denken müsse; daß nämlich hier die Theite so genau auf einander paßten, so dicht an einander schlössen, daß eigentlich keine Höhle, oder keine mit bloßer Feuchtigkeit angefüllte Räume, außer in Wassersüchten übrig blieben; sondern daß sich die feuchten Wände durch­aus überall berührten.

Ich habe diesen Umstand mit größter Mühe auf'S sorgfältigste untersucht, und allemal gefunden, daß die sogenannten Hörner der Sei­tenhirnhöhlen daß die Dritte Hirnhöhle daß die Vierte Hirnhöhle in ansehnlichen Räumen bestehen, deren Wände sich nicht berühren,