31. August 1920

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GEORGE BLU MENT H°A L

N e Vf York - City SO East 70th Str.

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Sehr geehrter Herr Blumenthal!

Im Jahre 1013 haben Sie dem Senckenbergisehen Museum einen prachtvollengrossen Fischschädel geschenkt und uns dadurch zu grösster Dankbarkeit verpflichtet. Seit dieser Zeit ist über Deutsch­land das grauenhafte Unglück des Krieges hinwegegangen und hat alle wissenschaftlichen Bestrebungen so zerschmettert, dass bei der allge­meinen grenzenlosen Net kaum eine'Hoffnung Destelt, dass eine neue Blütezeit in ferner Zukunft folgen kann. Wir kämpfen heute um unser Leben, nicht mehr wie damals um eine Vergrcsserunp und Bereicherung unserer Sammlungen. Wir kämpfen darum, unseren Beamten und Angestell­ten den Hunger zu ersparen und das^, was die Vater schufen nicht verfallen zu lassen.

Wir haben den beifolgenden Aufruf an alle Freunde geschickt und möchten auch Sie bitten, uns zu helfen. Wenn wir die nächsten Jahre uns mit äusserster Sparsamkeit durchringen kennen, so hoffen wir