Professor Dr. F. RICHTERS
FRANKFURT a. M.
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i.'u Hamburg am i. Mai 1849 geboren, trat F. Richters nach dem Besuch der privaten Bürgerschule von C. H. F. Diesel, Ostern 1864, sogleich eine Stellung als Elementarlehrer an der ) Bürgerschule von Heinr. Lühmann an und war als solcher von Michaelis 1867 bis Ostern 1871 an der „höheren Bürgerschule“ von Dr. J. G. Fischer und L. Harms tätig.
Während dieser Zeit besuchte er die „Lehrerbildungsanstalt der Gesellschaft der Freunde des vater- ädtischen Schul- und Erziehungswesens“, nahm in der Gewerbeschule an den Zeichenkursen von Jessen, Stuhl- lann und Heimerdinger teil und bestand Ostern 1870 das Aufnahmeexamen für das akademische und Real- ym, seiner Vaterstadt. Nach einjährigem Besuch desselben bezog er von Ostern 1871 — 1874 zwecks
itur\\?Uenschaftlicher Studien die Universitäten Göttingen und Heidelberg, wo er Schüler von Claus, Wöhler, on Seebach, Hofmeister, Kirchhoff und Kopp war.
Nachdem Richters in Göttingen am 30. Juni 1873 auf Grund der Dissertation: „Die Phyllosomen“ zum >r. phil. promoviert worden war, bekleidete er noch ein Semester das Amt eines Assistenten am zoologischen ististut zu Göttingen und übernahm dann Ostern 1874 die Stelle eines wissenschaftlichen Hilfslehrers an der
’ealschule zu Altona. „ , —c
Dezember 1874 bestand Richters das Oberlehrer-Examen in Göttiftgen.
Ostern 1877 zog Direktor Kreyssig ihn an die Wöhlerschule, jetziges Wöhler-Realgymnasium zu Frank- irt a. M., an der er bis 1897 als Oberlehrer tätig war. Länger anhaltende Krankheit zwang ihn, seine Lehr- ätigkeit aulzugeben.
Nach seiner Genesung widmete er sich dem Studium der Moosfauna. Einem Aufsatz im „Prometheus“: Die Tierwelt der Moosrasen“, folgten drei Arbeiten aus diesem Gebiet in den Berichten der Senckenbergischen faturforschenden Gesellschaft 1900—1904, die sich besonders auf die Moostierwelt des Taunus bezogen, 1904 Df ^^mischen Tardigraden“ in Bd. III der „Fauna arctica“, und zurzeit ist er mit der Untersuchung der mikroskopischen Moosfauna der Antarktis, auf Grundlage des Materials der deutschen Südpolar-Expedition ■eschäftigt. Früher erschienen von ihm:
Beiträge zur Meeresfauna von Mauritius und den Seychellen,
Beiträge zur Krebsfauna von Madagaskar (gemeinsam mit Lenz), Hvpophthalmus leucochirus, Limnadia Garretti,
Beiträge zur Krebsfauna des Behringsmeeres.
(Letztere Arbeiten in den Abhandlungen der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft.) Branchipus australiensis (Journal des Museums Godeffroy, 1877).
Die Senckenbergische Naturforschende Gesellschaft wählte Richters 1886—1888 zum zweiten, 1889 ns 1891 zum ersten Direktor.
In dem, seit seinem Gründungsjahr 1859, unter dem Namen „Käwwernschachtel“ bekannteren „Verein ür - naturwissenschaftliche Unterhaltung zu Frankfurt a. M.“ führte er mehrere Jahre den Vorsitz.