Das Winter-Olympia in Sichtl
F ast vier Monate trennen uns noch vom beginn der Winter-Dlympiade — und trotzdem: bis auf eine Tribüne am Rifferfee ist Garmisch- Partenkirchen jetzt schon mit allen seinen Uampf- stätten startbereit! In unwahrscheinlich kurzer 3eit hat man das alles durchgeführt. Nun folgen die technisch-organisatorischen Vorbereitungen. Baracken wachsen auf, die Unterkunftsräume für die Verwaltung, für die Presse, für den Rundfunk.
Lin paar Schritte vom bahnhof entfernt, gleich neben dem Postamt, entsteht soeben das „Funkhaus". Um es technisch auszudrücken: diese baracke wird die verstärkerzentrale beherbergen. Ulle Leitungen werden dort zusammenlaufen, — alle Sprecher — die deutschen und die ausländischen — werden in ihren Sellen die berichte, die nicht direkt von der Uampfstätte aus gegeben werden sollen, in die Mikrofone sprechen. Ruch die Leitung des technischen Uuhen- dienstes, ebenso der Uebertragungsdienst des Deutschen Kurzwellensenders und der „FPU" (Fnternationaler Programm-Austausch) haben hier ihr Hauptquartier. Uber so verwickelt derartige Uebertragungen schon von großen Städten aus sind, — in einem kleinen Gebirgsort, der immerhin fernab vom eigentlichen Getriebe des technischen Verkehrs liegt, gibt es der Schwierigkeiten in doppelter Zahl. wo man bei größten Uebertragungen von Berlin oder z. S. vom
Reichsparteitag in Nürnberg die erforderlichen Uutzenleitungen zur Genüge hat, da muh man hier die Voraussetzungen sozusagen aus dem boden stampfen. Oie Technik hat die vorhandenen Möglichkeiten bis aufs Letzte ausgenützt und neue dazu geschaffen: zwischen dem 6. und 16. Februar wird die ganze Welt an den „Glym- pischen Spielen" — eben durch diese Urbeit des deutschen Rundfunks — akustisch beteiligt sein.
MW
Vorbereitende Sitzung von Funk, Presse, Technik und olymp. Komitee.
Von links: Hptm. Mayer (Zeitfunk-München), Dr. Harster (Pressechef d. olymp. Organisationskomitees), Obering. Leuner, Bonke (Wirtschaft), Bachmann (Pressechef der Reichssendeleitung), Intend. v. Boeckmann, Ministerialref. Weinbrenner, P. Müller (Sportref. d. Reichssendeleitung), Intend. Dr. Habersbrunner
Uuf sechs wegen werden berichte und Uebertragungen aus Garmisch-Partenkirchen über Kabel zu den einzelnen Sendern geleitet. Fünf Leitungen sind für das Ausland bestimmt, eine Leitung speist die deutschen Sender, von den Uuslandswegen geht einer über Snnsbruck nach dem Süden, einer über Uugsburg—Stuttgart nach der Schweiz und den weiter angeschlossenen Ländern, der dritte über Uugsburg—Nürnberg— Frankfurt nach Frankreich, belgien und England. Zwei weitere Leitungen nach dem Norden sind fernerhin für unterschiedlichen Gebrauch. Oie überseeischen Sender werden am Nächstliegenden Kabelweg angeschlossen.
wenn so viele Länder die Dlympia-Ueber- tragungen hören wollen, müssen auch die nöti gen Sprecher dieser Länder zur Stelle sein, vorerst haben sich fünfzehn ausländische Funkrepor- tcr angemeldet. Rechnet man diejenigen, die außerdem noch kommen werden, und die vorerst fünf von Oeutschland aufgestellten Berichterstatter dazu, so werden etwa fünfundzwanzig Sprecher bei den Uebertragungen tätig sein. So werden z. S. im Ski-Stadion am Gudiberg, von wo aus Skispringen sowie die Vorgänge am Start und Siel bei den Langläufen übertragen werden, neun ausländische und ein deutscher Sprecher die Möglichkeit haben, ihre Berichte direkt ins Mikrofon zu geben. Vas gleiche gilt
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Blick von der Höhe des Ablaufberges der großen Schanze.
Links und rechts die Tribünen, in der Mitte der Kampfrichterturm, im Hintergrund das Olympiahaus.